| Als vor 40 Jahren die Warschauer-Pakt-Truppen in der Tschechoslowakei
einmarschierten und den Prager Frühling niederwalzten, da bedeutete das
für viele Tschechinnen und Tschechen das Ende ihres großen Traums von
Freiheit. Aber auch im Ausland hatten viele an den Sozialismus mit
menschlichem Antlitz geglaubt und die Reformer in Prag unterstützt. Zum
Beispiel die damals 23-jährige westdeutsche Studentin Sibylle Plogstedt,
die sich nach der Invasion einer Untergrundbewegung anschloss und dafür
sogar in einem Prager Gefängnis landete. Heute lebt Plogstedt als
Journalistin, Buchautorin und Filmemacherin in Bonn. Über ihre
Erinnerungen an 1968 und die Zeit danach hat Gerald Schubert mit ihr
gesprochen.
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| Als 1968 die Reformer in der Tschechoslowakei auf dem Höhepunkt ihrer
Macht waren, da blickten die Journalisten der westeuropäischen
Nachbarstaaten mit viel Aufmerksamkeit und Sympathie nach Prag. Nun,
vierzig Jahre nach der Niederschlagung des Prager Frühlings, vermitteln
viele Medien den Eindruck, dass Tschechen, Deutsche und Österreicher
einander damals näher waren als heute. Das Zusammenleben in Freiheit,
Demokratie und EU scheint selbstverständlich geworden zu sein ? oder es
wurde überhaupt nie richtig wahrgenommen.
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