 | Bilder einer Gesellschaft im Wandel ? der Fotograf und Augenzeuge Zden?k Tmej |
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Wer sich ein Bild vom Zustand der Gesellschaft verschaffen will, kann dies
auf unterschiedliche Weise tun: zum Beispiel eine soziologische Studie in
Auftrag geben oder ein aktuelles Buch lesen. Meist reicht es aus, mit
wachen Augen das Tagesgeschehen zu beobachten. Ein solcher ?Augenzeuge?
war der im Jahr 1920 geborene und 2004 verstorbene tschechische Fotograf
Zden?k Tmej. Der gelernte Fotoreporter hielt in seinen Bildern die
Wirklichkeit anspruchsvoll und mit hoher technischer Präzision fest. Dabei
scheute er sich nicht vor solchen Bildern, vor denen andere die Augen
schlossen. Sein Fotozyklus ?Alphabet der seelischen Leere? über die
Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Deutschland entstand in den 40er
Jahren. Diese Dokumentation legt ein einmaliges Zeugnis von einer
Gesellschaft im Ausnahmezustand ab.
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 | Jubiläum: Vor 125 Jahren wurde Nationaltheater Prag wiedergeöffnet |
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Das Gebäude wird ?goldene Kapelle? genannt, es ist aber kein
Sakralraum im echten Sinne des Wortes. Vielmehr ist es ein Tempel der
Musen. Es geht um das Nationaltheater Prag, das seine vergoldete Balustrade
auf dem Dach wie eine goldene Krone trägt. Das Nationaltheater begeht in
diesen Tagen sein Jubiläum. Till Janzer sprach über das Jubiläum mit
Martina Schneibergová, die kurz vor der Sendung aus dem Nationaltheater
zurückgekommen ist, wo die Feierlichkeiten gestartet wurden.
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 | Gedenken an den 17. November ? 1939 und 1989 |
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?Der Tag des Kampfes für Freiheit und Demokratie?. So heißt der 17.
November in Tschechien offiziell. Gedacht wird an diesem Staatsfeiertag
gleich zweier Ereignisse. Dazu fanden am Montag zahlreiche
Gedenkveranstaltungen statt.
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 | ?Höllische Erhabenheit der Hochöfen? ? die mährische Stadt Ostrau 1937 |
| Im Jahr 1937 sendete der tschechoslowakische Rundfunk in seinem
deutschsprachigen Programm eine Serie von Städteporträts. In unserem
Tonarchiv haben wir einen Bericht vom Sommer 1937 über die
nordmährische Stadt Ostrau gefunden.
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 | Wie die Revolution begann ? der 17. November 1989 |
| Für das kommunistische Regime der Tschechoslowakei kam der Anfang vom Ende
eine Woche nach dem Fall der Berliner Mauer: Am 17. November gingen
mehrere
Tausend Studenten in Prag auf die Straße. Einige Tage später waren die
Kundgebungen gegen das Regime bereits auf einige Hunderttausend Menschen
angeschwollen. ?Die Wahrheit siegt.? Das war eine der Parolen von
damals. In den offiziellen Medien des Landes siegte die Wahrheit
allerdings
noch nicht ganz so schnell wie auf den Straßen. Sie mussten sich erst
einmal aus der kommunistischen Umklammerung lösen. Wir geben Ihnen zum
19.
Jahrestag der Samtenen Revolution einen Überblick über das Geschehen ab
dem 17. November 1989 und den Rundfunkberichten.
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 | Die Samtene Revolution: 10 Tage im Licht der Agenturmeldungen |
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Prag, 17. November 1989. Eine Demonstration von Studenten, offiziell
eigentlich dem Gedenken an die Schließung der tschechischen Hochschulen
durch die Nazis 50 Jahr zuvor gewidmet, wird zum Fanal für das Ende der
kommunistischen Herrschaft. Noch wird die Kundgebung von der Polizei
gewaltsam niedergeschlagen, aber die Demokratisierungswelle in Osteuropa
hat nun endgültig auch die Tschechoslowakei erfasst. Wie hat eigentlich
die Nachrichtenagentur ?TK über die Ereignisse berichtet? Und wie wurden
diese Meldungen aufgenommen ? auch bei uns, in der Deutschen Redaktion
von Radio Prag? Gerald Schubert hat im Archiv der ?TK gewühlt,
Originalmeldungen aus jenen Tagen ausgegraben und sich darüber mit Jitka
Mládková unterhalten, die schon damals bei Radio gearbeitet hat.
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 | ?Kristallnacht? im Sudetengebiet ? Massenflucht jüdischer Bewohner |
| Im November 1938 brannten die Synagogen, wurden jüdische Häuser und
Geschäfte überfallen und Juden verhaftet und getötet ? und das nicht
nur in Deutschland. Auch im nordböhmischen Reichenberg (Liberec), im
westböhmischen Karlsbad (Karlovy Vary) oder im schlesischen Troppau
(Opava), kurz in den Sudetengebieten, gab es die Pogromnacht, im Volksmund
?Reichskristallnacht? genannt. Sechs Wochen zuvor war die Macht in den
Sudeten an Hitlerdeutschland gefallen. Das Münchner Abkommen von Ende
September 1938 hatte geregelt, dass die Tschechoslowakei die Gebiete an
Hitler abtreten musste. Die Kristallnacht im Sudetenland, das ist das
Thema
unseres heutigen Kapitels aus der tschechischen Geschichte, das Till
Janzer
vorbereitet hat. Wir knüpfen an einen Beitrag zu diesem Thema an, den wir
im vergangenen Jahr gesendet haben.
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 | 5000 deutsche Weltkriegs-Soldaten finden letzte Ruhe in Cheb |
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Vor zweieinhalb Jahren stießen Reporter einer tschechischen Tageszeitung
auf einen ungewöhnlichen Fund. Über 5000 kleine Pappsärge lagerten in
einer verlassenen Industriehalle im nordböhmischen Usti nad labem. Es
waren die Überreste deutscher Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg auf
tschechischem Boden starben. Der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge
hatte sie zumeist schon in den 90er Jahren exhumiert, um ihnen auf einem
Soldatenfriedhof die letzte Ruhe zu geben. Drei Jahre wurden die
sterblichen Überreste zwischengelagert, weil man in Tschechien keinen
geeigneten Ort fand, um sie beizusetzen. Am Mittwoch fand die Odyssee in
der Grenzstadt Cheb / Eger ihr Ende. Die Beisetzung auf dem städtischen
Friedhof hat begonnen.
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 | 11. November 1936: Außenminister Krofta ruft seine ?lieben Kinder? zum Frieden auf |
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Vor 90 Jahren endete der Erste Weltkrieg. Der rasche Wirtschaftsaufschwung
in den so genannten ?Goldenen Zwanzigern? ließ die Schrecken des
Krieges gerade für Kinder, die nach 1918 geboren waren, schnell
verblassen. Frieden ist aber keineswegs eine Selbstverständlichkeit! Dies
versuchte der damalige tschechoslowakische Außenminister Kamil Krofta vor
72 Jahren der Jugend seines Landes im Radio zu erklären - ein
?Kinderprogramm? der etwas anderen Art.
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 | Das fehlende Monument: Vor 90 Jahren wurde die Mariensäule abgerissen |
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Auf dem Altstädter Ring stand sie 268 Jahre lang: die 15 Meter hohe
Mariensäule. Kurz nach der Ausrufung der Tschechoslowakischen Republik ist
sie verschwunden. Am vergangenen Montag sind 90 Jahre seit dem Abreißen
des einzigartigen Barockmonuments vergangen.
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 | Abkehr von der Demokratie - die Tschechoslowakei nach dem Münchner Abkommen |
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Das Münchner Abkommen von Ende September 1938 bedeutete einen tiefen
Schlag für die Tschechoslowakei. Sie verlor ungefähr ein Drittel ihres
Gebietes - nicht nur an Deutschland, sondern auch an Polen und Ungarn.
Danach blieben der ?Resttschechei?, wie Hitler die Republik
verächtlich nannte, nur noch fünf Monate des Lebens.
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 | ?Dann fielen zwei Schüsse? ? Zeitzeugen berichten im Internet |
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?Pam?? národa?, auf Deutsch ?Erinnerung des Volkes? ? so
heißt eines der weltweit größten Zeitzeugen-Projekte im Internet. Es
wurde diese Woche frei geschaltet. Das Projekt wurde in Tschechien
entworfen, soll im kommenden Jahr gesamteuropäisch werden und steht
interessierten Laien sowie Fachleuten zur Verfügung. Auf den Webseiten
sind die Aussagen von mehreren hundert Menschen zu finden, die über ihr
Schicksal während der Nazi-Herrschaft, des Zweiten Weltkriegs oder des
Kommunismus erzählen. Viele sind bewegende Geschichten, in denen sich die
Verwerfungen des vergangenen Jahrhunderts spiegeln.
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 | Zeitzeugen im Internet ? europaweites Projekt aus Tschechien gestartet |
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In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde eines der weltweit größten
Zeitzeugen-Projekte im Internet freigeschaltet. Es ist in Tschechien
entstanden und heißt ?Pam?? národa?, auf Deutsch ?Erinnerung des
Volkes?. Interessierte Laien wie Fachleute sollen die Webseiten nutzen.
Dort schildern mehrere hundert Menschen in Ton und Schrift und manchmal
auch per Video ihre Schicksale aus Nazi-Herrschaft, Zweitem Weltkrieg oder
aus der Zeit des Kommunismus. Initiiert hat die Webseite der Verein Post
bellum ? ein Zusammenschluss von Historikern und Journalisten. Partner
sind der Tschechische Rundfunk und das Institut für das Studium
totalitärer Regime.
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 | 1918 ? 1938 ? 2008: Eine Podiumsdiskussion zu den tschechisch-deutschen Beziehungen |
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Am 28. Oktober wird hierzulande an die Gründung eines Staates gedacht, den
es eigentlich gar nicht mehr gibt ? nämlich an die Gründung der
Tschechoslowakei im Jahr 1918. Vor genau 90 Jahren also, am Ende des Ersten
Weltkriegs, lösten sich die Tschechen los von der Habsburgermonarchie.
Doch auch die Tschechoslowakei war ein Vielvölkerstaat, ein neues
Heimatland für viele, vor allem für Tschechen, Slowaken, Ungarn und
natürlich Deutsche. Mit dem Aufstieg Hitlers in Deutschland verstärkten
sich auch die Nationalitätenkonflikte innerhalb der Tschechoslowakei, bis
es 20 Jahre nach ihrer Gründung zur Unterzeichnung des Münchner Abkommens
kam, und damit zur Abtretung der Sudetengebiete an das so genannte Dritte
Reich.
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 | 90. Jubiläum der Tschechoslowakei - Litfasssäulen erzählen |
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Staubige Bücher, dämmrige Museen, einschläfernde Vorträge ? kurzum:
gähnende Langeweile. Das ist Geschichte! Oder besser gesagt, viele
Menschen glauben, dass Geschichte so sei. Es ist also kein Wunder, dass sie
um historische Themen einen großen Bogen machen. Diesem Problem sahen sich
Eugen und Zuzana Brikcius ausgesetzt. Ihr Vorhaben: Eine Ausstellung zum
90. Jahrestag der Gründung der Tschechoslowakei. Doch was bringt eine
Ausstellung in einem Museum, wo sie kaum jemand anschaut? Es musste also
eine andere Lösung gefunden werden.
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 | Vor 90 Jahren schlug die Geburtsstunde der Tschechoslowakei |
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Am Dienstag, dem 28. Oktober feiert Tschechien wie jedes Jahr die
Geburtsstunde der unabhängigen Republik. Dieses Jahr gibt es einen
besonderen Grund zum Feiern: Die Ausrufung der Ersten Tschechoslowakischen
Republik jährt sich zum neunzigsten Mal. Ein weiteres Ereignis in der
Reihe der Schicksalsjahre mit der Endziffer 8 nach dem vierzigsten
Jahrestag der Niederschlagung des Prager Frühlings im August 1968 und dem
Münchner Abkommen vom September 1938:
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 | Deutscher Panzer im Elbe-Schlamm? - Der Tschechische Rundfunk bohrt nach |
| Ein alter deutscher Wehrmachtspanzer soll tief im Schlamm der Elbe stecken.
Das glauben zumindest einige Redakteure vom Tschechischen Rundfunk. Sie
haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Panzer aufzuspüren.
Entstanden ist daraus ein Medienprodukt, mit dem der Tschechische Rundfunk
auch beim Medien-Wettbewerb ?Prix Europa? ins Rennen gegangen ist.
Christian Rühmkorf hat mit Jana Jirátová über eine spannende Suche
gesprochen.
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 | Wiener Bürgermeister Franz Jonas 1965 in Prag: ?Küss die Hand!? |
| In der Mitte der 60er Jahre herrschte zwischen Ost und West ein eher
frostiges, politisches Klima. Doch es gab auch Beispiele für
warmherzigen,
freundschaftlichen Umgang von Politikern miteinander. Ein solches Beispiel
ist der Besuch des damaligen Wiener Bürgermeisters Franz Jonas im
Februar 1965 in Prag. Die Auszüge aus Interviews der damaligen Kollegen
von Radio Prag mit Franz Jonas haben wir in unserem Tonarchiv aufgespürt.
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 | Der Prager Frühling und die Rolle der Medien |
| Die Rolle der Medien in den sechziger Jahren: Das war am Donnerstag und
Freitag das Thema einer Konferenz im südmährischen Znaim, organisiert
vom
tschechischen Senat und der österreichischen Botschaft. Hintergrund war
einmal mehr das tschechische Gedenkjahr 2008. Vor 40 Jahren brachte der
Prager Frühling frischen Reformwind in die kommunistische
Tschechoslowakei, bis er am 21. August 1968 von den Panzern der
Warschauer-Pakt-Truppen niedergewalzt wurde.
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 | Durchkämpfen bis Wladiwostok - Tschechoslowakische Legion in Russland |
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Viele Geschichten ranken sich um die Tschechoslowakische Legion, die im
Ersten Weltkrieg in Russland kämpfte. Zum Beispiel jene um den Verbleib
eines Teils des russischen Goldschatzes, den die Legionäre bewachten.
Anlässlich der Feiern zur Gründung der Tschechoslowakei vor 90 Jahren
sind diese und weitere Begebenheiten erneut aktuell.
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