(Quelle: RSS-Feed Radio Prag)
![]() | In Rokycany wird nach Gräbern sowjetischer Soldaten gesucht |
Am 7. Mai 1945 befreiten amerikanische Soldaten Rokycany von den
nationalsozialistischen Besatzern. Durch das Städtchen im Landkreis Pilsen
verlief die Demarkationslinie. Weiter nach Osten drangen die Amerikaner
deshalb nicht vor. Sie warteten auf die sowjetischen Truppen, die wenige
Tage später in Rokycany eintrafen. Obwohl der Krieg de facto bereits
entschieden war, fanden auch in diesen letzten Kriegstagen noch tausende
Soldaten den Tod ? unter ihnen eben auch viele Angehörige der Roten
Armee. Wer sie waren und wo sie begraben sind, ist oft unbekannt. In
Rokycany bringt man nun ein wenig Licht ins Dunkel.
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![]() | Ji?í Mucha erinnert sich: Mein Vater war sehr arbeitsam, machte aber auch Fehler wie Tolstoi |
Er ist dieser Tage in Tschechien wieder in aller Munde: der tschechische
Plakatkünstler, Grafiker, Illustrator, Maler und Kunstgewerbler Alfons
Maria Mucha. Er gilt als einer der herausragenden Repräsentanten des
Jugendstils, doch um sein wohl bekanntestes Werk, das Slawische Epos, wird
derzeit nur gestritten. Wegen des Streits, wo dieses Werk am besten
ausgestellt werden soll, wird nahezu vergessen, dass der populäre
Künstler am 24. Juli seinen 150. Geburtstag gefeiert hätte. Wie war der
große Mucha aber als Familienmensch?
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![]() | ?Die Jungs fielen wie die Fliegen? ? Tschechoslowaken im Vietnamkrieg |
Fast drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, im Februar 1948,
kamen in der damaligen Tschechoslowakei die Kommunisten an die Macht.
Zehntausende Tschechoslowaken emigrierten. Viele träumten von einem
Neustart im Westen, von einem Leben in Amerika oder Australien. Sie
wollten
die Gräuel des Krieges und das trostlose Leben im zerstörten Europa weit
hinter sich lassen. Für viele junge Emigranten blieb dies ein Traum. Etwa
2000 von ihnen fanden sich gar wenige Jahre später auf einem Schlachtfeld
fernab der Heimat wieder, als Soldaten in einem Krieg, der nicht der ihre
war. | |
![]() | Drei Länder erheben Anspruch auf ein Manuskript Gregor Mendels |
Wem gehört Gregor Mendel, der Wegbereiter der modernen Genetik? Diese
Frage hat man sich vor kurzem in Deutschland und Österreich und
anschließend auch in Tschechien gestellt. Genauer müsste die Frage
lauten: Wem gehört Mendels Manuskript, in dem er im Jahr 1865 seine
Erkenntnisse über die ? wie es hieß ? ?Versuche über
Pflanzenhybriden? veröffentlichte?
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![]() | Keramikfunde aus der Zeit des Großmährischen Reiches in Velehrad |
Das mährische Velehrad, etwa 50 Kilometer östlich von Brno / Brünn, ist
einer der
wichtigsten Wallfahrtsorte in Tschechien. Die Ursprünge der heutigen etwa
1300 Einwohner zählenden Gemeinde liegen im 13. Jahrhundert, als
Zisterzienser hier ein Kloster gründeten. Wahrzeichen des Ortes ist die
im
Barock umgebaute Basilika, eine der größten Kirchen der Tschechischen
Republik. Die volkstümliche Überlieferung sah in Velehrad jedoch bereits
seit Jahrhunderten das politische Zentrum des frühmittelalterlichen
Großmährischen Reiches. Belegt wurde diese Legende bisher nie. Lange
stritten Historiker um ihren Wahrheitsgehalt, denn es gab keine Beweise
für
die Präsenz der Großmährer in Velehrad. Bis jetzt. | |
![]() | Kindesmissbrauch in der Ersten Republik ? Böhmen hatte auch seine Skandalpfarrer |
Seit Monaten schon wird in Deutschland schon über sexuellen Missbrauch
durch katholische Geistliche berichtet. Immer neue Skandalfälle kommen zu
Tage. Alles aber leider nicht neu: Dies gab es auch in der
Zwischenkriegs-Tschechoslowakei während der so genannten Ersten Republik.
Da prangerte zum Beispiel die Prager Zeitung ?Der Sozialdemokrat?, also
das Parteiblatt der sudetendeutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei
DSAP, ähnliche Verfehlungen an.
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![]() | Negrelli-Viadukt: Die längste Brücke in Prag ist 160 Jahre alt |
Sie war die erste Eisenbahnbrücke über die Moldau und die zweitälteste
erhaltene Moldaubrücke in Prag, älter ist nur noch die Karlsbrücke. Mit
1110 Metern ist sie die längste Brücke in der tschechischen Hauptstadt.
Die Rede ist von der Negrelli-Brücke oder - wie sie die Prager nennen ?
dem Negrelli- oder auch Karlín-Viadukt. Vor kurzem beging diese technische
Sehenswürdigkeit ihr 160. Jubiläum. Denn der erste Zug fuhr am 1. Juni
1850 über die Brücke.
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![]() | Deutsche und böhmisch-mährische Missionare gemeinsam in Südamerika |
Der Hochsommer läuft auf Hochtouren und mit ihm europaweit auch die
übliche Völkerwanderung in obligaten Blechlawinen. Über
Reiseaktivitäten, die allerdings ein wesentlich geringeres Ausmaß hatten
und ebenso andere als Urlaubsziele verfolgten, wird im Folgenden auch bei
uns die Rede sein. Nämlich über die Südamerikareisen von mehreren
hundert Jesuiten aus Mitteleuropa, die sich im frühen Neuzeitalter den
Export der katholischen Religion auf die Fahne schrieben. Mit diesem
interessanten Kapitel der europäischen Geschichte befassen sich Forscher
sowohl in Deutschland und als auch in Tschechien und kooperieren dabei.
Diesem Thema wenden wir uns auch in der Sendereihe ?Kapitel aus der
tschechischen Geschichte? zu, und zwar in einem Zweiteiler. Heute also
Teil eins.
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![]() | ?Über den Seifen- und Petroleummangel? ? Brünner Hebammen-Zeitung 1917 |
Und nun folgt wieder eine neue Ausgabe unserer Sendereihe ?Anno
Dazumal?. Schon öfters haben wir Ihnen hier Artikel aus dem Prager
Tagblatt präsentiert. Doch zu Zeiten de Österreichisch-Ungarischen
Monarchie erschienen auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik
natürlich noch eine ganze Menge anderer deutschsprachiger Zeitungen und
Zeitschriften. So zum Beispiel auch die Brünner Hebammen-Zeitung.
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![]() | ?Radikale Veränderung des Museumsbetriebs? ? Karel Ksandr über den Umbau des Nationalmuseums |
Wie Sie aus unseren Sendungen bereits wissen, steht das Prager
Nationalmuseum vor einer Grundsanierung. Das historische Gebäude am oberen
Ende des Wenzelsplatzes befindet sich in einem baufälligen Zustand, die
Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Einmarsch sowjetischer Panzer
von 1968 wurden nie richtig behoben. 2011 soll das Museum für mehrere
Jahre geschlossen werden ? und danach in einem neuen Gewand erscheinen.
Und das bedeutet auch: mit einem veränderten Ausstellungsbetrieb.
Verantwortlich dafür ist Karel Ksandr, der stellvertretende Direktor des
Nationalmuseums. Silja Schultheis hat mit ihm über die Zukunft des
Ausstellungsbetriebs im Nationalmuseum gesprochen, wo man bislang vor allem
schwerfällige Glasvitrinen mit Mineralien und ausgestopften Tieren
besichtigen konnte.
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![]() | Einst kommunistische Pilgerstätte und heute? Streit ums Geburtshaus von Jan Hus |
In Tschechien ist der 6. Juli ein Feiertag. Es wird an Jan Hus gedacht, den
mittelalterlichen religiösen Reformator, den die katholische Kirche 1415
in Konstanz verbrennen ließ. An diesem Tag findet in seinem
südböhmischen Geburtsstädtchen Husinec traditionell ein ökumenischer
Gottesdienst statt. Politiker aller Couleur lassen sich meist nicht die
Gelegenheit entgehen, dort eine Festrede zu halten. Im Schatten der Feier
stellt sich jedoch die Frage, was mit dem Geburtshaus von Jan Hus in der
Zukunft geschehen soll.
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![]() | Die Großmacht Großmähren: Auf dem slawischen Bergwall in Mikul?ice |
Das Großmährische Reich war das erste Staatsgebilde der Westslawen. Es
spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte Mittelosteuropas.
Großmähren war ein Vorgänger des frühmittelalterlichen Staates der
böhmischen Premysliden. Den Kern Großmährens bildete das mährische
Gebiet am Fluss Morava / March und das Fürstentum von Nitra. Ein
bedeutendes Zentrum des großmährischen Staates des 9. Jahrhunderts befand
sich auf dem Gebiet unweit der heutigen Gemeinde Mikul?ice. Seit den
1950er Jahren werden dort archäologische Untersuchungen durchgeführt.
Diese haben inzwischen außerordentlich umgangreiches Material zu Tage
gebracht, das von den Experten ausgewertet und bearbeitet wird. Die
Ausgrabungen von Mikul?ice gehören zu den größten systematischen
Ausgrabungen in Europa. Die Verwalter des Areals, das zum nationalen
Kulturdenkmal erklärt wurde, sowie Regionalpolitiker denken darüber
danach, sich um den Eintrag von Mikul?ice in die
Unesco-Weltkulturerbeliste zu bewerben.
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![]() | Kyrill und Method und die globale Sicht des Christentums ? die Bedeutung der Slawenaposteln |
Der 5. Juli steht in Böhmen, Mähren und Schlesien traditionell im Zeichen
der slawischen Aposteln, der Heiligen Kyrill und Method. Die Ankunft der
beiden Brüder aus Saloniki im damaligen Großmährischen Reich des Jahres
863 führte aber nicht nur zur Verbreitung des christlichen Glaubens in
einer Sprache, die von der Bevölkerung verstanden wurde. Die Ankunft der
beiden Aposteln war damals auch ein hochpolitischer Akt.
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![]() | Zu Hause bei den P?emysliden ? das Leben am mittelalterlichen Hofe in Böhmen |
Mehr als 400 Jahre waren die P?emysliden die Herrscher in Böhmen. Unter
ihren stieg das Land zum Königreich innerhalb des Heiligen Römischen
Reiches auf. 1306 endete mit der Ermordung von König Wenzel III. die
Dynastie des böhmischen Adelsgeschlechts. Kulturgeschichtlich umfasst die
Herrschaftszeit der P?emysliden große Teile des frühen Mittelalters und
das gesamte Hochmittelalter mit seiner Ritterkultur. Seit einigen Jahren
beschäftigen sich junge Historiker von der Tschechischen Akademie der
Wissenschaften mit dem Leben am Hofe der P?emysliden. Anders als in
Deutschland, wo die Forschung zum mittelalterlichen Herrscherhof schon eine
längere Tradition hat, können sie eine Fragestellung gleich
überspringen: Wo das Zentrum des P?emyslidenhofes war. Es lag natürlich
in Prag.
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![]() | Himmlische Ruh´ und Hölle auf Erden in den Straßen Prags |
Ende Juni 1899 berichtet das Prager Tagblatt vom Leichenzug des Kardinals
Franziskus von Paula Schönborn. Dieser Leichenzug war nicht nur deshalb
bemerkenswert, weil zigtausende Prager dem Adeligen das letzte Geleit
gaben, sondern auch weil eine Massenpanik ausbrach mit vielen Verletzten.
Die Art und die Ausführlichkeit der Reportage zeigen, wie anders der
Journalismus und auch der ?Datenschutz? Ende des 19. Jahrhunderts noch
aufgefasst wurde.
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![]() | Vor 60 Jahren wurde die Widerstandskämpferin Milada Horáková hingerichtet |
Am Sonntag gedachte Tschechien der Opfer der kommunistischen Diktatur. Das
Datum war nicht zufällig gewählt. Am 27. Juni 1950, in den frühen
Morgenstunden, wurde die antikommunistische Widerstandskämpferin Milada
Horáková hingerichtet. Die Gedenkfeiern standen daher ganz im Zeichen des
60. Todestages von Horáková.
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![]() | Virtuell (wieder)vereint ? Sudetendeutsche Archivalien im Internet |
Die Vertreibung der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei nach dem
Zweiten Weltkrieg hat nicht nur demographische und wirtschaftliche Lücken
gerissen, die bis heute sichtbar sind. Auch in den tschechischen Archiven
klaffen gewaltige Lücken, denn die Vertriebenen haben viele ihrer
historischen Dokumente mitgenommen. Die sudetendeutschen Archivbestände
in
Tschechien und Bayern wieder zusammenzuführen ist das Ziel eines
Projektes
des bayerischen Hauptstaatsarchivs in München und des Staatlichen
Bezirksarchivs in Cheb / Eger. Karel Halla, der Leiter des Archivs in
Cheb,
erklärt das Projekt im Interview mit Radio Prag genauer. | |
![]() | Kry?tofovo Údolí: Bürgerinitiative pflegt sudetendeutsche Gräber |
Etwa acht Kilometer westlich des nordböhmischen Liberec / Reichenberg
liegt die kleine Gemeinde Kry?tofovo Údolí / Christofsgrund mit etwa 300
Einwohnern. 99 Prozent sind Tschechen. Vor dem Zweiten Weltkrieg war es
aber ein überwiegend deutsch besiedeltes Dorf. Noch viel früher entstand
dort im malerischen Tal am Bach Rokytka der Weiler ?Holundergrund? /
?Bezové údolí?. An die alten Zeiten erinnert dort unter anderem die
hölzerne frühbarocke Kirche des Hl. Christoph. Diese wurde dank
Unterstützung ehemaliger Dorfbewohner, die nach dem Krieg die
Tschechoslowakei verlassen mussten, renoviert. Der anliegende Friedhof
verfiel aber weiter. Das hat sich dank einer Bürgerinitiative geändert.
Jitka Mládková sprach darüber mit Ludmila Chaloupková aus
Christofsgrund:
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![]() | Begrabene Grabmäler - Jüdischer Friedhof in ?i?kov |
Wenn man in Prag vom jüdischen Friedhof spricht, fällt jedem der von den
Touristen viel besuchte alte jüdische Friedhof ein, der sich in der
Josephstadt nahe der Altneu-Synagoge befindet. Selbst viele Prager ahnen
kaum, dass es einst auch einen sehr bedeutenden jüdischen Friedhof im
Stadtteil ?i?kov gab, der mit dem bekannten Ol?any-Friedhof zu
vergleichen ist. Heutzutage kann man nur noch einen kleinen Teil dieses
Friedhofs aus dem 18. Jahrhundert besichtigen.
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![]() | 10. Turnfest des Sokol-Vereins vor dem Hintergrund der Ereignisse von 1938 |
Vor 72 Jahren fand in Prag das 10. Fest des tschechoslowakischen
Turnvereins Sokol statt. In der Geschichte dieser Massensportorganisation
gehört es gemeinsam mit dem Turnfest von 1948 zu den meistbekannten. Beide
Veranstaltungen spielten sich nämlich in einer politisch angespannten Lage
ab. Der Schwerpunkt unseres heutigen Geschichtskapitels liegt im Geschehen
um das ältere von den beiden Sokolfesten, das Ende Juni 1938 begann.
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